24.05.2019 | Specials 10 Rock-Songs zur… Europawahl

Es wird gewählt! Die Europawahl 2019 ist in vollem Gange – am Sonntag ist dann Deutschland dran. Wir bereiten uns musikalisch auf den Gang zum Wahlbüro vor: mit den besten 10 Rock-Songs aus ganz Europa!

Von 23. bis 26. Mai wird in Europa gewählt. Rund 65 Millionen Wähler allein in Deutschland sind dazu aufgerufen, ihre Stimme für das Europaparlament abzugeben. Insgesamt 751 Abgeordnete aus 28 EU-Mitgliedsstaaten kommen dort mindestens zwölf Mal im Jahr zusammen, um zu diskutieren und die europäischen Gesetze zu beschließen, gemeinsam mit dem Rat, in dem die jeweiligen Regierungen der EU-Staaten vertreten sind. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Europawahl findet ihr weiter unten, das Queen-Cover der Kampagne #vote4friendship könnt ihr euch hier noch einmal ansehen.

Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um mal einen Blick auf das rockende Europa zu werfen – denn Europa hat uns schon so einiges an geiler Rockmusik geliefert! Und ja, da nehmen wir die Briten jetzt einfach auf, denn aus der Rock-EU wird Großbritannien hoffentlich niemals austreten. :-)

Die besten 10 Rock-Songs aus ganz Europa findet ihr hier! 

  • Irland: U2 – „Sunday Bloody Sunday“

    Wenn man über Politik, Rock und Europa redet, dann gibt es einen Musiker, der inzwischen für sein politisches und soziales Engagement mindestens genauso bewundert wird wie für seine Musik. Bono natürlich! Seien es Benefizkonzerte, Botschafterrollen für wohltätige Organisationen oder Besuche bei politischen Führungsfiguren – Bono scheint überall seine wohlwollenden Finger mit im Spiel zu haben. Schon drei Mal war er für den Friedensnobelpreis nominiert und wurde 2007 von der Queen in den Ritterstand erhoben. Er hat mal gesagt: „Als Rockstar habe ich zwei Instinkte: Ich will Spaß haben und die Welt verändern. Ich habe die Chance auf beides!“

  • Deutschland: Die Ärzte – „Schrei nach Liebe“ 

    Die Ärzte sind nach gefühlt endlos langer Pause endlich wieder unterwegs – passenderweise auf Europatour. :-) Dass das Trio aus Berlin sich mit politischen Themen auseinandersetzt, muss man wohl nicht extra erwähnen – das ist ja auch irgendwie ein Bestandteil des Punkrock. Die Ärzte engagieren sich dabei vor allem gegen Rechtspopulismus und –extremismus. Bela B. sagte einst, er könne auf gewisse Art und Weise verstehen, dass Rechtsextremismus für Jugendliche attraktiv sei, mit Rebellion, Kameradschaft usw. – er wolle aber Unentschlossene „ohne Bittermiene, sondern mit einem Lachen“ überzeugen, dass dieser Weg ins Abseits führe.

  • Niederlande: Within Temptation – „Faster“ 

    Unsere holländischen Nachbarn haben uns zum Beispiel die Symphonic Metal Meister von Within Temptation geschenkt. Für die Songtexte lässt sich Frontfrau Sharon den Adel gerne auch von dem inspirieren, was auf der politischen Weltbühne alles passiert.

    Sie hat mal gesagt: „Es ist nicht meine Absicht, in Kriege verwickelt zu werden, besonders wenn ich nicht an diesen Orten lebe oder arbeite, aber ich habe eine politische Meinung und möchte etwas dazu sagen. Als Künstler sollte man die Plattform und das Talent dafür nutzen.“

  • Rumänien: Peter Maffay – „Jetzt“

    Peter Maffay ist nicht nur ein enorm erfolgreicher Musiker (17 Nr. 1-Alben sprechen für sich) und engagiert sich stark in sozialen und gesellschaftlichen Projekten – er ist auch ein großer Befürworter und Fan der EU und der europäischen Idee. Das ist vor allem in seiner Herkunft verwurzelt: Im Nachkriegsrumänien war Maffay schon als Kind Unfreiheit, Machtmissbrauch, Angst und Verfolgung ausgesetzt. Als seine Familie Anfang der 60er nach Deutschland kam, lernte er Bürgerrechte und damit einhergehend Freiheit und Frieden kennen – „ein Paradies“ für Maffay. Diese Sicherheit und die vielen Möglichkeiten möchte er nicht mehr missen und auch für kommende Generationen bewahren – deshalb setzt er sich aktiv für Europa ein.

  • Italien: Gianna Nannini – „America“  

    Gianna Nannini - Mit Hits wie "Latin Lover", "I maschi" und "Bello e impossibile" singt sie sich seit Ende der 1970er-Jahre in unsere europäischen Rocker-Herzen. Obwohl sie als Weltstar ja wirklich überall leben könnte, liebt Gianna aber einfach ihre Heimat. Sie hat mal gesagt: "Ich würde niemals in Amerika leben wollen. Ich bin Italienerin und Europäerin mit ganzem Herzen." Deshalb singt sie lieber über Amerika – auf dem zugehörigen Album-Cover ist übrigens eine Freiheitsstatue mit einem Dildo zu sehen. :-)

  • Schweden: Refused – „New Noise“

    Die Schweden von Refused sind vor allem in der Hardcore/Punk-Szene absolute Ikonen. Die Band wurde 1992 von Sänger Dennis Lyxzén und Drummer David Sandström gegründet. Gleich mit ihren ersten beiden Alben stiegen Refused schnell zum neuen Stern am Horizont der Hardcore-Szene auf und wurden bei ausgiebigen Touren frenetisch gefeiert. Weil sie jedoch den Eindruck hatten, dass der Hype im Vordergrund stand und dabei ihre politischen Ziele nicht verstanden und für unwichtig gehalten wurden, beschlossen sie 1998, sich aufzulösen. Mittlerweile sind Refused bei ihrer dritten Reunion angekommen, die jetzt immerhin schon wieder seit fünf Jahren besteht. 2015 erschien außerdem ihr letztes Album Freedom.

  • Spanien: Heroes Del Silencio – „Entre Dos Tierras“

    Denkt man an Spanien und Rockmusik, kommt man natürlich an den Herren von Heroes Del Silencio nicht vorbei. Versucht man sich dann mal an der lyrischen Textanalyse, wie wir es damals in der Schule einst gelernt haben, dann hat man das Gefühl, die Band ruft in ihrem Song „Entre Dos Tierras“ selbst zur Europawahl auf! Übersetzt heißt es da: „Reiß dich endlich am Riemen, sei nicht so lasch und sorg dafür, dass endlich was passiert. Auch wenn du das Ruder nicht selbst rumreißt, wirst du noch genug Scheiße fressen müssen.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen außer der Song selbst…

  • England: John Lennon – „Imagine“ 

    „Imagine“ ist ohne Frage so etwas wie die Mutter der Protestsongs. Veröffentlicht im Jahr 1971, mitten im Vietnamkrieg, ist der Song zur Hymne für eine bessere Welt geworden. Darin besingt Ex-Beatle John Lennon – selbst ein großer Fan von Kommunismus und marxistischen Ideen – eine Gesellschaft frei von Religion, Nationalismus und Besitz – eine große Gemeinschaft, die in Frieden und Harmonie lebt.

  • Frankreich: Trust – „Antisocial“

    Die Franzosen sind ja bekannt dafür, dass sie gerne und ausgiebig protestieren. Die Band Trust hat genau dadurch in den frühen 80ern Jahren ihren internationalen Ruhm eingefahren. Die sozialkritischen Texte von Sänger Bernard „Bernie“ Bonvoisin sorgten von Anfang an für zahlreiche Diskussionen. Mit dem Album Repression aus dem Jahr 1980 gelang der endgültige Durchbruch – die Band veröffentlichte neben der französischen auch eine englischsprachige Version und trat als Vorband für AC/DC auf. Fun Fact: Knapp zwei Jahre saß Nicko McBrain bei Trust an den Drums, in der Zeit tourten Trust auch mit Iron Maiden durch Europa. Im Dezember ’82 wechselte er dann zu Iron Maiden.

  • Polen: Kult – „Panie Waldku“

    Eine der einflussreichsten und gleichzeitig provokativsten Bands Polens sind die Männer von Kult. Gegründet wurde Kult 1982 von Kazimierz Staszewski und Piotr Wieteska, bis heute ist die Besetzung unverändert. Kult haben ihre Wurzeln im Punk und New Wave, bringen aber gerne auch mal Elemente aus Psychedelic Rock und sogar Jazz unter. Ihre Texte sind teils sehr poetisch, oft aber auch sehr provokant – sodass sich Kult in den 80ern immer wieder mit Zensur konfrontiert sahen.

Europawahl 2019: Die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Was macht das Europäische Parlament?

    Das Europäische Parlament ist das Herz der europäischen Demokratie. Die 751 Abgeordneten aus 28 EU-Mitgliedsstaaten kommen mindestens zwölf Mal im Jahr zusammen und diskutieren und beschließen die europäischen Gesetze, gemeinsam mit dem Rat, in dem die Regierungen der EU-Staaten vertreten sind. Seit der letzten Wahl 2014 hat das Parlament fast 600 Gesetzesvorschläge der Europäischen Kommission diskutiert. Zu den wichtigsten Entscheidungen, die das Parlament getroffen hat, zählen Regeln für die Flugsicherheit, die endgültige Abschaffung der Roaming-Gebühren, die Eindämmung von Kunststoffmüll und die Urheberrechtsreform. Das Europäische Parlament muss außerdem bei praktisch allen wichtigen Entscheidungen der EU zustimmen, etwa bei Abkommen mit anderen Staaten oder der Ernennung der Europäischen Kommission.

  • Wie wird das Europäische Parlament gewählt?

    Jedes Mitgliedsland hat eine festgelegte Anzahl von Abgeordneten. Die Zahl hängt im Wesentlichen von der Größe des Landes ab. Das kleinste Mitgliedsland Malta hat sechs Sitze im Europaparlament. Deutschland schickt mit 96 Abgeordneten die meisten Parlamentarier.

    Bei der Europawahl vom 23. bis 26. Mai werden in jedem Mitgliedsland die jeweiligen Abgeordneten des Landes bestimmt. Die Wahlen laufen dabei so ab wie die örtlichen nationalen Wahlen. Weil das in den Ländern unterschiedlich ist, findet die Europawahl auch an unterschiedlichen Tagen statt. Ein Endergebnis gibt es erst ganz am Schluss, wenn auch die letzten Wahllokale schließen: Am Sonntag den 26. Mai um 20 Uhr.

  • Wie funktioniert die Europawahl in Deutschland?

    Die Europawahl in Deutschland ist sehr einfach: Jeder Wähler hat eine Stimme. Damit kann er eine Liste auf seinem Wahlzettel ankreuzen. Die Listen sind nicht veränderbar. Je mehr Stimmen eine Partei also kriegt, desto mehr Kandidaten von der Liste kommen ins Parlament. Anders als bei nationalen Wahlen, gibt es keine 5-Prozent-Hürde. Auch kleine Parteien haben deshalb die Chance, zumindest einen oder zwei Abgeordnete ins Parlament zu bringen. Bei der Wahl am 26. Mai bewerben sich in Deutschland 41 Parteien und Wählergruppen, von den Volksparteien CSU und SPD bis zu Kleinstparteien wie der Partei für die Tiere Deutschland und der Partei für Gesundheitsforschung.

  • Wie läuft die Arbeit im Europaparlament ab?

    Das Europaparlament ist viel bunter als die nationalen Parlamente. Hier sitzen aktuell Vertreter von über 200 nationalen Parteien aus 28 Ländern. Sie alle haben das Recht, in Ihrer Landessprache zu reden. Bei 24 offiziellen Amtssprachen der EU braucht es dafür einen sehr großen Übersetzerdienst. Arbeitssprache ist aber oft Englisch. Damit die Arbeit besser koordiniert werden kann, haben sich die Parteien selbst in losen Fraktionen organisiert, beispielsweise die Konservativen in der Europäischen Volkspartei oder die Sozialdemokraten in der S&D-Fraktion. Anders als Deutschland stützt das Europaparlament aber keine Regierung. Deshalb gibt es hier auch keine Regierungskoalition und keine Opposition.

  • Wie wird die Europäische Kommission gewählt?

    Die Europäische Kommission hat 28 Mitglieder, je einen Kommissar pro EU-Mitgliedsstaat. Die Kommissare werden nicht gewählt, sondern jedes Land nominiert einen Kandidaten. Das Europaparlament darf dann jeden Kandidaten einzeln zu seiner Eignung befragen. Passen die Kandidaten den Abgeordneten nicht, können sie sie ablehnen. In der Regel tauschen dann die betreffenden Mitgliedsländer ihre Kandidaten aus.

    Der Präsident der Europäischen Kommission wird formell von den Regierungen der Mitgliedsstaaten bestimmt. Allerdings hat man sich darauf verständigt, hier den Spitzenkandidaten zu küren, auf den sich das Parlament verständigt. Bei Jean-Claude Juncker war das der Fall. Allerdings ist das kein Gesetz. Die EU-Staats- und Regierungschefs müssen sich nicht daran halten.