11.04.2019 | Specials John Warren Geils: Unser Porträt über den Ausnahme-Rocker

Er war ein Energiebündel auf der Bühne und ein Hit-Garant der Achtziger: John Warren Geils! Vor zwei Jahren ging der Blues-Gitarrist und Band-Chef von uns.

  • John Warren Geils - mit seiner J. Geils Band hätte er zweifellos einen Platz in der Rock and Roll Hall of Fame verdient gehabt.


	Foto: Carl Lender, CC BY-SA 3.0, Link

    John Warren Geils - mit seiner J. Geils Band hätte er zweifellos einen Platz in der Rock and Roll Hall of Fame verdient gehabt.

    Foto: Carl Lender, CC BY-SA 3.0, Link

  • Bei ihnen ging es nicht darum, ein festes Genre zu bedienen. Sie bewegten sich zwischen Rhythm'n'Blues, Soul und Rock hin und her, wie sie es wollten.

    Bei ihnen ging es nicht darum, ein festes Genre zu bedienen. Sie bewegten sich zwischen Rhythm'n'Blues, Soul und Rock hin und her, wie sie es wollten.

  • Vielleicht war auch das der Grund, warum die J. Geils Band so lange auf ihren Durchbruch warten musste - erst 1980 war es so weit, dass sie mit Klassikern wie "Love Stinks", "Freeze Frame" und "Centerfold" die Charts eroberten.


	Foto: Marcel Antonisse (ANEFO) - GaHetNa (Nationaal Archief NL), CC-BY 4.0, Link

    Vielleicht war auch das der Grund, warum die J. Geils Band so lange auf ihren Durchbruch warten musste - erst 1980 war es so weit, dass sie mit Klassikern wie "Love Stinks", "Freeze Frame" und "Centerfold" die Charts eroberten.

    Foto: Marcel Antonisse (ANEFO) - GaHetNa (Nationaal Archief NL), CC-BY 4.0, Link

  • Doch vor allem blieben die Jungs eine Band mit Herz und unerreichbarer Spielfreude - das lebten sie auf ihren Platten und auf der Bühne aus.

    Doch vor allem blieben die Jungs eine Band mit Herz und unerreichbarer Spielfreude - das lebten sie auf ihren Platten und auf der Bühne aus.

    Foto: Rock & Roll Hall of Fame

Klar - der Wortwitz funktioniert nur im Deutschen - doch die Songs der J. Geils Band machte ihrem Namen alle Ehre. Mit Songs wie "Love Stinks" oder "Centerfold" lieferte er zeitlose Hits - doch sie nur auf diese Ära zu reduzieren wäre ein Fehler!

Am 20. Februar 1946 erblickte John Warren Geils in New York City das Licht der Welt. Aufgewachsen ist er mit den Platten seines Vaters, die er rauf und runter hörte: Benny Goodman, Duke Ellington, Count Basie - der kleine John war dem Jazz voll und ganz verfallen. 

Auch seine ersten Band-Erfahrungen deuteten wenig darauf hin, dass aus ihm eines Tages ein Rockstar werden sollte. Auf seiner Universität war er Teil der Marching Band, der er als Trompeter beigetreten war. Doch auch die Blues-Gitarre hat John schon in jungen Jahren für sich entdeckt und eiferte seinen "neuen" Idolen Howlin' Wolf und Muddy Waters nach. 

1968 war es schließlich so weit: Nachdem sein Akustik-Blues-Trio Snoopy & The Sopwith Camels auf sechs Mitglieder angewachsen war, beschloss man, sich umzubenennen: Geboren war die J. Geils Band. 

In den den 1970ern sollten sie zu einem der heißesten Live-Acts der USA werden, nur der kommerzielle Erfolg blieb irgendwie aus, trotz fulminanter Shows und bester CD-Kritiken. Vielleicht weil ihr souliger R'n'B-Sound, der nie in eine Schublade einzuordnen war, nicht ganz den Erwartungen des Mainstreams entsprach? 

Das sollte sich 1980 mit der Platte Love Stinks ändern. Mit dem gleichnamigen Titeltrack war das immerhin schon neunte Studioalbum der große Durchbruch und mit dem Nachfolger Freeze Frame führten sie auch die Chartlisten an. Leider fiel die Band nach und nach auseinander. Nachdem Sänger Peter Wolf 1983 den Solopfad einschlug, folgte ihm Geils nur kurze Zeit und widmete sich seinem Hobby: Autos. Er gründete die Firma KTR Motorsports, mit der er alte Sportwägen restaurierte und die Band löste sich auf.

1999 kam es zu einer Reunion-Tour mit dem Original-Line Up, doch neue Alben sollten nicht mehr folgen. Insgesamt 15 Platten hat die J. Geils Band veröffentlicht und wurden schon mehrfach für eine Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame vorgeschlagen - eingezogen sind sie aber nie. 

Am 11. April 2017 wurde John Warren Geils in seinem Haus in Groton, Massachusetts leblos aufgefunden - er wurde 71 Jahre alt. Wir erinnern uns an große Hits, die immer noch für Stimmung auf jeder Party sorgen und an ekstasische Live-Shows mit seiner Band - wir erinnern uns an J. Geils mit dem passenden Soundtrack auf ROCK ANTENNE Hamburg.